AUPAIR in Neuseeland


Go for it. No matter how it ends, it was an experience.


Planung, erstes Treffen, Ankunft

Bei der Planung für Neuseeland habe ich mich im Voraus über die verschiedenen Möglichkeiten informiert. Mein erster Gedanke war: Work and Travel. Über Praktikawelten buchte ich das „Kiwi Starterpaket“, wo man die ersten Nächte im Hostel, Flughafentransfer, Einführungsveranstaltung und noch viele weitere Leistungen inkludiert hat. Nach weiterem informieren und überlegen kam ich dann auf den Aupair Job. Ich dachte mir hm ja, Work and Travel, bis man dann einen Job gefunden hat, weil das heutzutage ja quasi jeder macht und dann muss man seinen Verdienst auch direkt wieder für Unterkunft und Essen ausgeben?! Da wäre der Aupairjob eine bessere Option: man hat ein sicheres zuhause, bekommt essen und wöchentliches Taschengeld. So machte ich mich dann bereits im Voraus auf die Suche nach einer Aupair Familie, was über Aupairworld auch relativ schnell klappte. Auf Aupairworld kann man sich kostenlos anmelden, ein Profil erstellen und mit individuell angepassten Kriterien nach seiner perfekten Familie suchen und Kontakt aufnehmen. Für mich war es erstmal schwierig festzulegen welche Aspekte für mich überhaupt wichtig sind. Welche Lage bevorzuge ich? Mitten in einer Stadt? Auf dem Land aber in Nähe einer Stadt? Auf dem Land mitten im nicht? Nordinsel oder Südinsel? Jüngere Kinder oder ältere Kinder? Wie viele Kinder? Und noch so viele weitere Fragen. Letztendlich hat sich dann doch alles von ganz alleine ergeben. Ich stoß auf das Profil einer vierköpfigen Familie: eine kleine Farm 20-30 Minuten nördlich von Christchurch, zwei Mädchen 8 und 14 Jahre alt, Pferde und Ponys, Schafe, Ziegen, Alpakas, Katzen und zwei kleine Möpse. Ich hatte einfach das Gefühl, jap, da möchte ich hin, also trat ich mit der Familie in Kontakt, wir erzählten voneinander und alles passte wunderbar. Wir stellten auch fest, dass wir zufällig zur gleichen Zeit auf Bali sein werden und vereinbarten ein erstes Treffen dort.

Nach einiger Zeit auf Bali war es dann soweit und ich traf zum ersten mal meine Aupair Familie. Sie hatten in Kuta ein Apartment gemietet und da dort ein Schlafzimmer frei war boten sie mir und meiner Freundin an, dort gerne ein paar Nächte zu verbringen und das taten wir auch. Es war ein sehr nettes erstes Treffen, natürlich war auch alles erstmal sehr ungewohnt: fremde Menschen vom anderen Ende der Welt, worüber redet man überhaupt so und so weiter. Wir hatten ein tolles Abendessen am Strand, lernten die Kinder kennen und hatten aber auch genügend Zeit, um unser eigenes Ding zu machen. Das erste Treffen war also super und sowohl ich als auch meine Freundin waren uns sicher: dort kann ich unbesorgt hingehen!

Am 03.10.2019 kam ich dann in Neuseeland an, verbrachte die ersten Tage mit Praktikawelten in Auckland und lernte dort schon direkt einige tolle Menschen kennen. Am 08.10.2019 ging es dann von Auckland nach Christchurch zu meiner Aupair Familie. Die ersten Tage dort waren erstmal sehr verwirrend für mich. Ich wusste nicht genau wie deren täglicher Ablauf ist und was ich machen sollte. Nach einer Weile hatte ich mich dann aber eingelebt und so begann mein Aupair Aufenthalt in Neuseeland.


Bedingungen und Aufgaben

Im Vorfeld abgesprochen war:

Taschengeld: 150$ pro Woche, eigenes Auto auch zum privaten Nutzen, Verpflegung, eigenes Zimmer, geringe Arbeitsstunden, Wochenende frei

Meine Aufgaben waren:

Frühstück für die Kinder, Kinder zum Bus bringen, Wäsche waschen, Wäsche auf- und abhängen, kochen oder etwas vorbereiten, Lunch für die Kinder machen, Kinder vom Bus abholen, Tiere versorgen, Kindern beim Reiten helfen, mit den Kindern spielen, Kinder zu Freunden fahren, bei Hausaufgaben helfen, ins Bett bringen u.v.m.

Da die Mutter manchmal mehrere Tage von ihrer Arbeit aus reisen musste, war in diesem Zeitraum natürlich mehr zu tun, aber ansonsten waren die täglichen Aufgaben ganz selbstverständlich für mich.


Vor- und Nachteile des Aupairjobs

VORTEILENACHTEILE
Kosteneinsparung
(Verpflegung, Unterkunft)
neue Leute kennenlernen
gestaltet sich schwierig
Verbesserung Sprachkenntnissegeringes Taschengeld
fester Anlaufpunktweniger Flexibilität
eigenes Zimmer / Privatsphäre fester Wohnort
Einblick in fremde KulturKinder

Natürlich spart man sich einiges an Geld, da die Familie für die Verpflegung und Unterkunft zuständig ist, man hat außerdem sein eigenes Zimmer und somit auch Privatsphäre, verbessert seine Sprachkenntnisse, hat Einblick in eine fremde Kultur und eine sichere Anlaufstelle. Jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man nicht so schnell und einfach Leute kennenlernt wie zB in einem Hostel, hier muss man schon mehr Initiative zeigen und über verschiedene Facebook Gruppen sein Glück versuchen. Außerdem hat man einen bestimmten Alltag, ist immer am gleichen Ort und weniger Flexibel, da man seine Vorhaben logischerweise mit der Familie absprechen muss. Bezahlen für Unterkunft und Verpflegung muss man zwar nichts, aber mit dem wöchentlichen Taschengeld wird man auch nicht reich, auch das sollte man vor allem beachten, wenn man vorher nicht wirklich viel zusammengespart hat. Ich suchte mir daher nach Absprache noch kleine Nebenjobs wie Gartenarbeit in der Nachbarschaft, Zaunstreichen für die Aupairfamilie einer Freundin und Reinigen kommerzieller Gebäude. Mit meinem Aupairjob waren es dann also insgesamt fünf Jobs, die ich zeitweise hatte, aber mit Verlassen der Familie dann nicht mehr ausführen konnte. Und dann natürlich der wichtigste aller Punkte: Kinder – sie können süß und lieb sein, aber in der Realität ist es dann doch so, dass sie einem manchmal echt auf die Nerven gehen und man unheimlich viel Geduld und Ruhe haben muss.


Fazit

Insgesamt war mein Aufenthalt dort echt toll. Ich besuchte Rodeos, half beim Organisieren einer Hausparty mit eigener Band und erwies mich als knapper Sieger im Hüpfballrennen im Garten. Ich lernte andere Aupairs kennen, die nun zu meinem Freundeskreis zählen, machte Wochenendtrips und vieles mehr. Bei den Kindern dachte ich mit 8 und 14 Jahren würde es ganz easy werden, jedoch lief es natürlich ganz anders und es gab etliche Diskussionen und Dramen mit der kleinen. Sie wollte dies nicht und das nicht, musste immer das letzte Wort haben etc. Die ältere hingegen verhielt sich wirklich schon sehr erwachsen für ihr Alter und half auch viel im Haushalt mit. Nach einiger Zeit wurden dann jedoch plötzlich einige Regeln einfach geändert und das über Facebook Messenger anstatt persönlich mit mir zu reden. Zum Beispiel fiel mir mal beim Auto fahren auf, dass etwas mit einem der Reifen nicht stimmt. Ich sprach dies an, sie überprüften das Problem auch und meinten aber, dass es nichts schlimmes wäre und ich damit noch unbesorgt weiter fahren kann. Bei einer Autofahrt auf einer Strecke und mit Tempo 100km/h ist mir dann jedoch einer der Reifen geplatzt, was ja auch gar nicht so ungefährlich war, aber zum Glück gut ausgegangen ist. Nur das Auto musste daraufhin in die Werkstatt, was wohl sehr kostenintensiv war. Einige Tage später bekam ich dann eine Facebook Nachricht, in der stand, dass ich das Auto nicht mehr außerhalb von Christchurch benutzen darf und auch nur um die Kinder irgendwohin zu fahren, denn das wäre ja das Auto der Großmutter und die fände es nicht in Ordnung, dass ich damit noch zu anderen Jobs fahren würde. So konnte ich meine anderen Jobs also plötzlich nicht mehr ausführen obwohl vorher alles genau abgesprochen und in Ordnung war. Dann hatte ich auch einfach das Gefühl dort nicht mehr erwünscht zu sein. Mir wurde nicht mehr wirklich gesagt, wenn ich irgendwas machen sollte, mir wurden auch wenn nur Facebook Nachrichten geschrieben und dann ist es auch zweimal vorgekommen, dass die Familie zum Abendessen ausgegangen ist, was ja völlig in Ordnung ist, jedoch wurde mir dann nicht Bescheid gesagt sodass ich den ganzen Abend mit dem Essen auf sie gewartet habe und dann letztendlich gar nichts gegessen habe. Die Diskussionen mit der kleinen wurden auch immer mehr und ich stellte einfach fest, dass ich dort nach all diesen Aktionen total unglücklich war. Ich beriet mich daraufhin mit meinen Freunden und entschied mich dann kurzerhand die Familie zu verlassen. Ich kündigte kurzfristig alle meine Nebenjobs, was teilweise auch nicht ganz so einfach war, da man unterschriebene Verträge hatte, aber das klappte dann zum Glück doch alles. Die Frage war natürlich, wohin jetzt mit mir? Ich habe nach neuen Aupair Familien gesucht und dann auf den Tipp einer Freundin hin unzählige Hostels in Christchurch kontaktiert, um eine Work for Accommodation Stelle zu finden, wobei ich glücklicherweise auch Erfolg hatte. So packte ich meine Sachen, schickte eine eigentlich noch viel zu nette Facebook Nachricht, da die Familie nicht da war, und dann wurde ich ganz früh morgens von meinen Freunden abgeholt, wir schauten zusammen den Sonnenaufgang und dann hopste ich direkt danach in mein neues Zuhause in einem Hostel in Christchurch.


Im Großen und Ganzen lässt sich also sagen, dass nicht immer alles so läuft, wie man sich das vorstellt und auch wenn am Anfang alles super toll war, der Spieß sich auch umdrehen kann. Man sollte dann einfach das beste daraus machen und sich darauf fokussieren, seinen eigenen Weg zu gehen und seinem Herz zu folgen. Der Aupairjob in diesem Fall war einfach nicht das Richtige für mich und ich mag es einfach mehr unabhängig und flexibel zu sein. Wer allerdings Kinder liebt und eine gewisse Sicherheit haben möchte, dem kann ich das Arbeiten als Aupair nur empfehlen.

Es war eine tolle Erfahrung, durch die ich viel gelernt habe und gewachsen bin.


Danke fürs Lesen!

Eure Jenny.

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