Mein Weg zur Freiheit

Foto: Fenja Meinen

Von Mobbing, Liebe, sogenannten ‚Freunden‘ und Dorfgerede zu Selbstliebe und Freiheit.


Hallo Ihr Lieben,

willkommen zu einem etwas anderen und vor allem sehr persönlichen Beitrag, wahrscheinlich der persönlichste, den es auf meinem Blog jemals geben wird.

Achso, wahrscheinlich auch der längste Beitrag, upsi.


Die Schulzeit

Als ich in der dritten Klasse, also ungefähr 8 Jahre alt war, trennten sich meine Eltern. Für mich als junges Mädchen war es natürlich erstmal ungewohnt und traurig, seinen Papa nur zu Besuch zu sehen. Relativ schnell gewöhnte ich mich dann aber an die neue Situation und fing an die Vorteile zu sehen: ‚juhu, dann gibt es an Weihnachten und Geburtstag ja jetzt zwei Geschenke, einmal von Mama und einmal von Papa‘, dachte ich. Soweit ich mich erinnern kann, war die Trennung meiner Eltern nicht wirklich schwierig für mich, was wahrscheinlich auch daran lag, dass meine Eltern sich trotzdem noch verstanden und es nicht im Streit auseinander gegangen ist.

Nach der Grundschule ging es auf die weiterführende Schule, eine Realschule. Natürlich super aufregend. Die erste Zeit dort war allerdings nicht ganz so, wie ich es mir erhofft habe, sondern im Gegenteil, eine sehr schwierige Zeit für mich in meinem jungen Alter, da ich von einer Klassenkameradin gemobbt wurde. Eine Klassenkameradin, die in der Grundschule eigentlich eine meiner besten Freundinnen war und dann die ganze Klasse gegen mich aufbrachte. Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr so genau daran erinnern, wahrscheinlich weil ich es auch einfach immer verdrängt habe. Die Realschule, die ich besuchte war direkt neben einem Gymnasium, welches einige meiner Kindheitsfreunde besuchten und mit dem wir uns den Schulhof teilten. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich ganz oft in der Pause weinend rüber zum Gymnasium und meinen Freunden dort gegangen bin und ihnen von den neuesten Mobbingaktionen dieser Klassenkameradin erzählt habe. Auch kann ich mich noch daran erinnern, an einem Sommertag ein Paar Jeansshorts getragen zu haben, die auf einer Seite ein gewisses Muster hatten. Diese Shorts waren neu und ich hatte mich gefreut, sie das erste Mal zu tragen. Die Freude wurde mir allerdings schnell genommen, denn natürlich wurden die neuen Shorts direkt als neues Mobbingobjekt auserwählt. Ich habe in dieser Zeit sehr viel geweint und wäre am liebsten nicht mehr zur Schule gegangen, nichtmal auf Klassenfahrt wollte ich, denn jeden Tag aufs neue stellte sich die Frage, was kommt heute, wofür werde ich wohl heute angegriffen, etc. Nachdem ich erst nicht wollte, dass meine Mutter mit meinen Lehrern spricht, wurden dann doch Gespräche geführt, da es so einfach nicht mehr weitergehen konnte und ich sehr darunter litt. Letztendlich weiß ich gar nicht mehr, wie es dann aufhörte, aber es hat aufgehört, zum Glück!

Was Mobbing vor allem im Kindesalter, wo man sich noch in der Entwicklungsphase befindet für fatale Auswirkungen hat, sollte wohl klar sein. Mobbing kann sich auf die komplette Persönlichkeit des Betroffenen auswirken. Neben dem Verlust von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, gehören auch ein Rückzug aus dem sozialen Umfeld und Bindungsängste, sowie spätere Depressionen, wenn nicht sogar Suizid, zu den Folgen von Mobbing. Falls ihr mal mitbekommen solltet, dass jemand gemobbt wird oder ihr selbst gemobbt werdet, seht nicht drüber hinweg sondern werdet aktiv und schaltet die passenden Personen zur Hilfe ein. Natürlich solltet ihr euch aber umfassend informieren und mit Experten in Kontakt treten, wie man in solchen Fällen helfen und handeln kann.

Mit der Klassenkameradin habe ich mich dann auch irgendwann wieder verstanden, aber natürlich vergisst man so etwas nicht.


So spielt die Liebe

Mit 13 Jahren begegnete ich der ersten ‚Liebe‘, wenn man das mit 13 Jahren schon so nennen kann, diese erste Beziehung hielt allerdings trotz des jungen Alters geschlagene 3,5 Jahre. Natürlich gab es viel Drama und viel Auf und Ab, wie das in dem Alter halt so ist, man hat sich teilweise dumm und kindisch verhalten und gewisse Fehler gemacht. Da es meine erste Liebe und erste Beziehung war und man in dieser Hinsicht auch schonmal ziemlich naiv ist, habe ich auch viel durchgehen lassen, was, wenn ich im Nachhinein drüber nachdenke, gar nicht ging. Da wurde ich halt schonmal rausgeschmissen und im Regen stehen gelassen. Näher möchte ich auf einzelne Aktionen jetzt aber nicht eingehen, da ich hier natürlich niemanden mit angreifen oder verletzen möchte und man gewisse Grenzen setzen muss. Mit circa 16 Jahren besuchte ich eine neue Schule, in einem Ort, mit dem ich vorher nie wirklich Kontakt hatte und absolvierte mein Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung. Mit diesem neuen Umfeld, den neuen Freunden und dem allgemeinen Älter werden, veränderte ich mich und entdeckte neue Blickwinkel. Mit meiner Beziehung war ich mir dann auch nicht mehr so sicher, reflektierte die vergangenen Jahre und kam zu dem Entschluss, die Beziehung zu beenden. Natürlich fiel mir das ganz und gar nicht leicht, auch wenn ich mir viele Gedanken gemacht hatte und wusste, dass ich das nicht mehr will, war da trotzdem eine gewisse Unsicherheit. Man kannte sich schließlich schon eine ganze Weile und es war die erste Beziehung. Letztendlich beendete ich die Beziehung dann und auch wenn es super schwer war, meinen Gegenüber so zu verletzen, bin ich bis heute froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Anderen Leuten Leid zuzufügen finde ich allerdings wirklich sowasvon schrecklich, aber in manchen Lebenssituationen lässt es sich leider einfach nicht vermeiden.

Auf der neuen Schule lernte ich auch jemand neuen kennen, mit dem ich mich wirklich super verstand und mit dem sich nach einiger Zeit etwas entwickelte, was wie eine Beziehung war, aber eigentlich und offiziell eben doch keine war. Meine Gefühle wurden immer stärker, meinem Gegenüber allerdings fehlte da aber einfach noch etwas für eine richtige Beziehung, also gaben wir uns noch etwas Zeit. Letztendlich änderte sich seinerseits dann doch nichts und ohne wirkliche Erklärung brach der Kontakt dann ab. Ich versuchte meine Traurigkeit mit Hass zu überspielen, natürlich erfolglos. Nach einiger Zeit fanden wir dann doch wieder zueinander, aber auch dieses Mal kam das Ende schneller als gedacht und die Tatsache, jemanden zu küssen, kurz nachdem man dieser Person gesagt hat, überhaupt keine Gefühle für sie zu empfinden, kann ich bis heute nicht nachvollziehen, aber naja, grundsätzlich ist er eigentlich wirklich ein ganz lieber Mensch.

Nachdem ich an der Sache wirklich ziemlich lange zu knabbern hatte, trat nach einer Weile jemand neues in mein Leben. Eigentlich nur aus einem Spaß heraus und zu Beginn waren wir mehr gemein zueinander als alles andere. Dann aber entwickelte sich ein richtiges und vernünftiges Gespräch, wo wir dann feststellten, dass wir uns auf einer Wellenlänge befanden. Diese Geschichte wurde dann aber zu einem echten Drama, denn unglücklicherweise war dieser junge Mann, mit dem jungen Mann zuvor befreundet. Beide hatten wir dann eine sehr schwierige Zeit, denn wir wollten gerne eine Beziehung, aber er wurde von seinen Freunden wegen der Sache mit mir verachtet und stand somit zwischen den Stühlen und mir wurde vorgeworfen es aus Rache gegenüber des vorherigen jungen Mannes zu machen, was natürlich absoluter Schwachsinn ist, denn jeder der mich kennt weiß, dass ich sowas niemals machen würde und auch gar nicht mit meinem Gewissen vereinbaren könnte, hingegen versetzte ich mich sogar in seine Situation und brachte Verständnis für ihn auf. Aus der Vorstellung einer Beziehung wurde in diesem Fall dann natürlich nichts, sondern es gab ein ständiges hin und her zwischen Freunde und keine Freunde sein und Kontakt und kein Kontakt haben. Dann kam eine, für mich sehr schlimme Erfahrung in der Liebe, denn nachdem ich meine Enttäuschung über das Nicht-Erscheinen zu meiner Geburtstagsfeier einige Tage später in einer Nachricht erläuterte, wachte ich den nächsten Morgen dazu auf, auf allen möglichen Kanälen blockiert zu sein. Ich verstand die Welt nicht mehr, denn man kann doch miteinander reden. Ich fühlte mich in diesem Moment wie Müll, den man einfach in die Tonne wirft und das wars dann. Dieses Gefühl wünsche ich wirklich niemandem. Mir ging es eine ganze Weile echt schlecht und freute mich nichtmal mehr auf meinen bevorstehenden USA Urlaub. Als ich dann aber mit einem meiner besten Freunde da war, war es natürlich ein schöner und erlebnisreicher Urlaub, an den ich gerne zurückdenke und auch vor allem eine sehr gute Ablenkung. Während der Zeit wurde ich allerdings auch ständig entblockt und wieder blockiert, was jedesmal aufs neue ein Schlag ins Gesicht war. Irgendwann fand ich es dann auch irgendwie witzig und fragte mich ‚ok, wie lange werde ich wohl diesmal blockiert bleiben?‘. Nach einer Weile gab es dann immer mal wieder mehr und weniger Kontakt und ständiges hin und her, was es natürlich nicht einfacher machte, damit abzuschließen und ich brauche da sowieso immer ewig für, denn wenn ich jemanden mag, dann auch wirklich und das ändert sich dann auch nicht so schnell. Nachdem es dann mal lange Zeit keinen Kontakt gab und ich meine große Reise startete, wurde ich dann irgendwann wieder kontaktiert und nachdem ich natürlich erst ganz normal antwortete, wurde mir dann im Laufe des Gespräches, vor allem aber nach einer bestimmten Aussage, bewusst, wie sicher sich mein Gegenüber ist, dass wenn er ‚hopp‘ sagt, ich springe und das war der ausschlaggebende Moment, der Moment, in dem ich nach einigen Jahren endlich wirklich drüber hinweg war und dies zeigte ich ihm dann auch. Irgendwann beschloss ich dann, auch wenn ich es eigentlich echt nicht mag, ihn zu blockieren, da ich diese kleinen Kontakt- oder Aufmerksamkeitsversuche durch Fotos liken oder was auch immer, nicht mehr wollte und so blockierte ich ihn dann und fühlte mich irgendwie befreit. Seither habe ich ihn auch nicht einmal entblockt oder ähnliches und bin einfach nur froh, dass ich, auch wenn es lange gedauert hat, damit abschließen konnte.

So viel also zu meiner Erfahrung mit der Liebe. Auch wenn das meiste eher weniger schön für mich war, muss man natürlich dazu sagen, dass auch ich in keiner Weise perfekt bin oder alles richtig mache, auch ich mache Fehler. Da ich zum Beispiel ein sehr emotionaler Mensch bin, lasse ich mich auch schnell von meinen Gefühlen leiten und übertreibe auch mal oder handle zu voreilig. Außerdem sollte man auch Bedenken, dass es immer zwei Seiten einer Geschichte gibt. Das was ich erzähle, beruht also darauf, wie ich persönlich es empfunden und erlebt habe. Auch habe ich viele Dinge gar nicht erwähnt, sondern versucht mich auf das meiner Meinung nach Wesentliche zu konzentrieren und es auch irgendwie noch Privat zu halten. Egal, wie es jeweils auseinander gegangen ist und egal was alles passiert ist, ich will hier natürlich niemanden angreifen oder verletzen, sondern im Gegenteil wünsche ich jedem von Ihnen wirklich nur Gutes und bin dankbar, für die schönen Momente, die man hatte. Ich denke ich konnte viel aus den jeweiligen Situationen lernen und mich weiterentwickeln. Allerdings möchte ich noch sagen, bitte Leute, kommuniziert! Redet miteinander! Es gibt nichts, worüber man nicht vernünftig sprechen könnte. Jemanden einfach ohne Erklärung abzuservieren ist echt nicht schön und vor allem unnötig. Also bitte, kommuniziert! Sagt eurem Gegenüber was Phase ist, auch wenn es ihn in dem Moment dann vielleicht verletzt, aber wenigstens muss er sich dann nicht sein ganzes Leben lang fragen, woran es gelegen hat und was er vielleicht falsch gemacht hat. Kommunikation ist alles. IMMER!!


Achja, die Freundschaft

‘Wir verlieren keine Freunde, sondern lernen wer die Richtigen sind.‘

Freunde, was würde man nur ohne sie machen? Sie kennen einen manchmal besser als man selbst, stärken einen den Rücken, auf sie ist immer Verlass und mit ihnen setzt man die verrücktesten Ideen in die Tat um. Manche Freundschaften sind aber einfach nicht für immer bestimmt, sondern nur zeitweise Teil des Lebens. Das beste Beispiel hierfür ist die Schule, denn sobald man seinen Abschluss in der Tasche hat und unterschiedliche Wege geht, verliert man sich auch schnell aus den Augen. Aber so ist das Leben halt einfach und vor allem im jungen Alter hat man sowieso viele Freunde und muss sich erstmal selbst klar werden, mit was für Menschen man sich umgeben möchte und sollte. Manchmal muss man auch einfach erstmal auf die Schnauze fallen, um das wahre Gesicht eines Menschen zu erkennen und um zu realisieren, ob die Freundschaft einem auch wirklich gut tut.

Auch hier musste ich so einige Erfahrungen machen.

Eine beste Freundin, wir haben uns gefühlt jeden Tag gesehen und waren quasi ein und dieselbe Person. Wir waren immer füreinander da. Irgendwann musste ich allerdings feststellen, dass sie gar nicht die Freundin war, für die ich sie hielt und wir teilweise auch einfach unterschiedliche Ansichten hatten. Als beste Freundinnen redet man natürlich auch schonmal über andere Leute, ich denke das ist ganz normal und okay, was meiner Meinung nach allerdings nicht okay ist, ist wenn man bei mir schlecht über eine Person redet und dann aber im nächsten Zug übertrieben nett zu eben genau dieser Person ist und noch Komplimente gibt. Man muss und kann nicht jeden mögen und auch wenn man jemanden nicht mag, kann man natürlich trotzdem freundlich sein, aber so übertrieben ist einfach nur falsch. Dann bemerkte ich auch irgendwann, dass meine ‚beste Freundin‘ ziemlich viel in ihrem Eigensinn handelte. Ich zum Beispiel bot ihr oft an, wenn ich mit anderen Freunden unterwegs war, mitzukommen, vor allem wenn ich wusste, dass sie gerade nichts macht. Von ihr allerdings kam so etwas sehr selten. Sie war dann zum Beispiel auf einer öffentlichen Feier, wusste, dass ich Zuhause bin und Zeit habe, aber mich mal zu fragen, ob ich vielleicht auch kommen möchte fiel ihr wohl nicht ein. Hier gibt es natürlich noch mehrere Beispiele, aber ich denke, eins ist genug. Dadurch, dass ich sie ja öfter mal mitgenommen habe und sie mit meinem Freunden bekannt gemacht habe, versuchte sie dann sich mit diesen mehr und mehr anzufreunden. Irgendwann wurde ich von meinen eigenen Freunden dann darauf angesprochen, ob sie einen Wettbewerb daraus machen würde, wer mit wem besser befreundet ist. Zunächst war ich etwas verwirrt doch je mehr ich darauf achtete, desto mehr fiel es mir auch auf. Sobald ich zum Beispiel ein Bild von einer guten Kindheitsfreundin kommentierte, kommentiere sie dieses Bild auch aber etwas übertriebener, sodass mich meine Kindheitsfreundin fragte, wieso sie ihr Bild so kommentieren würde als wären sie schon Jahre befreundet, dabei hätten sie sich doch erst einmal kurz gesehen. Ja, vielleicht ist das auch irgendwie dumm, aber es war nunmal so und ist ja sogar anderen aufgefallen. Desweiteren unternahm sie plötzlich ziemlich viel mit meinem Exfreund, worauf ich auch wieder oft angesprochen wurde, wieso meine beste Freundin sich denn mit meinem Exfreund treffen würde. Eine Antwort darauf hatte ich nicht, denn mir erzählte sie davon auch gar nichts. Generell wäre es für mich okay gewesen, wenn sie sich treffen und da dann vielleicht auch mehr raus wird, denn ich hatte die Beziehung beendet und damit abgeschlossen. Allerdings fand ich es nicht okay, dass sie mir davon nichtmal erzählt hat oder nachgefragt hat, ob es für mich überhaupt in Ordnung wäre. Irgendwann distanzierte ich mich dann auch von jetzt auf gleich, wo auch erst nach einigen Monaten mal eine Nachfrage dazu kam, was mir nur zeigte, wie wichtig die Freundschaft für sie war oder halt eben nicht war. Zu einem wirklichen Gespräch zwischen uns beiden ist es letztendlich nie gekommen und sie erzählte dann wohl, dass wir uns gestritten hätten und keiner wüsste wieso. Naja, eigentlich habe ich einfach nur den Kontakt abgebrochen, da sie in meinen Augen keine Freundin mehr war, aber gut. Sie hatte dann anscheinend das Bedürfnis bei anderen sehr schlecht über mich reden zu müssen, was ich hingegen nie wirklich gemacht habe, da ich da einfach keinen Grund drin sah, sondern habe nur gesagt, wenn ich drauf angesprochen wurde, wie es eben war, dass sie in meinen Augen keine Freundin mehr war und das wars. Soweit ich weiß redet sie bis heute noch schlecht über mich, warum muss man natürlich nicht verstehen, aber jeder wie er meint. Ich denke mir immer nur, wer anderen die Kerze ausbläst, lässt seine eigene nicht heller scheinen.

Dann hatte ich noch eine sehr gute Freundin, die mir, wie ich irgendwann feststellen musste, einfach nicht gut tat. Sie war wirklich ein super lieber Mensch, immer hilfsbereit und hat zugehört. Wir hatten eine Menge Spaß und tolle Erlebnisse während unserer Freundschaft. Sie hat mich durch meinen Liebeskummer begleitet und ich sie durch ihren. Irgendwann hatte ich aber das Gefühl, dass wenn ich einen schlechten Tag hatte, wo es mir nicht so gut ging, vielleicht traurig war und ihr davon berichtete, sie kurz darauf einging und dann aber nur von ihren Problemen erzählte, wo ich meine eigenen Angelegenheiten dann nach hinten stellte und ihr half. Natürlich sollte sie mir von ihren Problemen erzählen, ich hörte da ja auch gerne zu und half wo ich konnte, allerdings war es dann irgendwann immer so, egal worum es ging. Ich hatte das Gefühl, als wäre es ein Wettbewerb darum, wem es jetzt schlechter ging oder wer mehr pleite war etc. und merkte einfach, wie mich die Freundschaft mehr runterzog als aufbaute und mir einfach nicht gut tat. Es war einfach immer irgendwas. Auf einem Festival worauf man sich schon ein halbes Jahr lang freute, hatte sie dann an dem einen Tag die Schmerzen, am nächsten Tag war das, am übernächsten Tag auf einmal wieder was anderes, worüber sie sich vorher noch nie beklagte. Dabei sollte man doch einfach nur eine gute Zeit haben und die Auftritte der Künstler feiern. Als ich dann eine Woche vor einem anderen Festival, auf das wir beide wollten sitzen gelassen wurde, war für mich der Schlusspunkt erreicht und mit einer Diskussion zwischen uns beiden war die Freundschaft schließlich beendet. Auch wenn man viel Spaß und tolle Zeiten zusammen hatte, war die Freundschaft einfach nicht für immer bestimmt und mir ging es dann auch viel besser, ohne jemanden, der mich ständig irgendwie mit runterzieht.

Soweit ich weiß haben sich oben genannte Personen dann sogar gegen mich „verbündet“, wenn man das so sagen kann. Können sie natürlich machen wie sie wollen, was ich allerdings unter aller Sau finde, ist, Geheimnisse von jemandem, mit dem man mal gut befreundet war, weiter zu erzählen. Ganz ehrlich, egal ob man noch befreundet ist oder halt nicht mehr, aber sowas macht man einfach nicht.

Achja und dann gibt es noch die Freunde, von denen man irgendwann einfach nichts mehr hört. Das ist mir besonders jetzt während ich weg bin aufgefallen. Am Anfang wird sich noch viel gemeldet und viel nachgefragt und irgendwann ist es dann so normal, dass ich weg bin und man hört gar nichts mehr. Aus den Augen aus dem Sinn. Natürlich auch sehr traurig, vor allem wenn es sich um eigentlich gute Freunde handelte. Aber für manche ist es vielleicht auch einfach zu kompliziert mit jemanden befreundet zu sein, der sich 16 Monate am anderen Ende der Welt befindet. Muss man dann halt einfach so hinnehmen und akzeptieren.

Mittlerweile weiß ich zum Glück, wer meine echten Freunde sind und wem ich wirklich vertrauen kann. An dieser Stelle ein großes Danke und ich liebe euch!

Foto: Fenja Meinen

Das Leben auf dem Dorf

Ja, hier gibt es natürlich viele Vor- und Nachteile, aber so umfangreich will ich gar nicht darauf eingehen. Eigentlich will ich den Fokus hauptsächlich auf einen Punkt legen, und zwar auf einen Punkt, der mir besonders bei mir in der Heimat negativ aufgefallen ist. Das Dorfgerede. Auf dem Land ist es ja so, dass jeder jeden kennt und hier verbreiten sich Geschichten, Neuigkeiten, Gerüchte usw. natürlich super schnell. Hier konnte ich mir auch so einige Dinge anhören, die ich selbst noch gar nicht über mich wusste. Es hieß zum Beispiel, ich sei arrogant, weil ich 4.000 Follower auf Instagram habe. Also sorry, aber zunächst kann ich ja nichts dafür, wenn Menschen mir folgen, zweitens sind 4.000 Follower echt nicht viel, wenn man mal überlegt, wie viele Menschen es auf Instagram gibt, die hunderttausende von Followern haben und drittens, was sagt eine Zahl bitte über meinen Charakter oder mein Verhalten aus? Dann gab es Leute, mit denen ich noch nie etwas zu tun hatte, die dann einfach rumliefen und erzählten, dass ich mich für etwas besseres halten würde und eine H*re wäre, weil ich ja jeden Tag jemand anderen lieben würde. Es gab letztendlich viele Gerüchte darüber, dass ich jedes Wochenende jemand anderen hätte und eine Schl*mpe wäre, teilweise von Leuten, die ich nichtmal kenne. Warum so etwas behauptet wird? Die Frage stelle ich mir immer wieder. Weil ich männliche Freunde habe? Weil ich beim Fußball zugucke? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, das ich wirklich die letzte Person bin, die eine Schl*mpe wäre. Also ehrlich, ich bin einfach nicht der Typ für sowas und kann sowas auch gar nicht. Jeder der mich gut kennt, kann das auch bestätigen und wie oben schon erzählt, hänge ich jahrelang an einem Menschen. Für mich zählt echte Liebe. Aber naja, so viel also dazu. Am Anfang haben mich diese ganzen Gerüchte echt ziemlich fertig gemacht und ich habe mich immer gefragt, was ich den Leuten getan habe, dass sie so schlecht über mich reden. Ich habe mir den Kopf darüber zerbrochen, war traurig, verletzt und hatte kaum Selbstbewusstsein. Ich konnte es einfach nicht verstehen. Wie kann man so sein? Irgendwann realisierte ich dann, dass es egal ist, was man macht oder nicht macht und die Leute immer irgendwas zum Reden finden. Ich realisierte, dass diese Leute einfach unzufrieden mit sich selbst und ihrem eigenen Leben sind und sich dann anscheinend besser fühlen, wenn sie andere schlecht machen. Nach und nach lernte ich, mir nicht mehr den Kopf über diese Gerüchte zu zerbrechen und mich nicht davon beeinflussen zu lassen. Mittlerweile ist es mir auch wirklich egal. Sollen sie doch reden. Wer mich kennt, weiß wie ich bin. Größtenteils weiß ich auch, wer schlecht über mich redet, was ich aber auch weiß ist, dass genau diese Leute meine größten Fans sind. Ich meine, mir auf Instagram nicht zu folgen aber jeden Tag mein Profil checken, um zu sehen ob ich eine neue Story hochgeladen habe, da würde ich schon behaupten, dass man sehr interessiert an meinem Leben ist. Ok, wahrscheinlich wird nur nach neuen Dingen gesucht, worüber man sich das Maul zerreißen kann, witzig ist es allerdings trotzdem. Hier ein Tipp an alle meine Stalker: folgt mir doch einfach, dann seid ihr immer direkt informiert und macht euch weniger lächerlich. Und ja, ich sehe euch. Immer.


Selbstliebe und Freiheit

Kurz bevor ich meine Reise startete, war es wirklich sehr schlimm mit den ganzen Gerüchten und dem Liebeskummer. Ich stellte mein Profil auf privat und entfernte jeden, mit dem ich irgendeine negative Verbindung hatte und konzentrierte mich einfach auf mich selbst. Ich setze mich mit meinen Gedanken intensiv auseinander und fing an zu lernen, positiv zu sein und sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Als meine Reise dann startete stellte ich aber alles wieder auf öffentlich.

Nun bin ich seit 16 Monaten unterwegs und habe mich meiner Meinung nach unglaublich weiterentwickelt und sehr viel gelernt, vor allem über mich selbst. Aber auch der Abstand von der Heimat hat mir echt gut getan und mich einige Dinge realisieren lassen.

Mittlerweile glaube ich fest daran, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert und da wir die meisten Geschehnisse sowieso nicht beeinflussen können, bringt es nichts sich den Kopf über Vergangenheit oder Zukunft zu zerbrechen und ständig zu denken ‚was wäre wenn‘ und ‚hätte ich doch mal‘. Nein, es ist wichtig sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren, im Moment zu leben, denn das ist das was zählt, alles andere kommt sowieso so wie es soll. Also wieso nicht einfach glücklich sein und das Leben genießen? Man hat schließlich nur dieses eine. Natürlich ist es nicht so einfach wie es sich anhört, es gibt immer irgendwelche Situationen, die einen runterziehen und es schwer machen positiv zu bleiben, ob Gerüchte, Ablehnung oder Hinterhalt. Mir hat es besonders geholfen, Bücher zu lesen, die einen weiterentwickeln wie zum Beispiel die Bücher von John Strelecky, mein Favorit von ihm ist ‚Safari des Lebens‘, aber auch ‚Der Alchemist‘ von Paulo Coelho hat mir sehr gut gefallen. Was mir aber definitiv am meisten geholfen hat, war das Alleinsein. Alleine sein und sich mit sich selbst und seinen Gedanken auseinandersetzen. Lernen sich selbst zu akzeptieren, so wie man ist, alle guten und schlechten Eigenschaften. Wer mit sich selbst im Reinen ist und sich akzeptiert, dem können auch Gerüchte nichts anhaben. Denn die Leute, die Gerüchte erzählen sind meistens einfach nur neidisch und wollen von sich selbst und der eigenen Unzufriedenheit ablenken. Anstatt sich also zu Fragen, was man getan hat, dass Gerüchte über einen verbreitet werden, sollte man sich immer merken, dass man selbst weiß, wer und wie man ist, die richtigen Freunde dies auch wissen und alle anderen halt einfach keine Ahnung haben. Einfach drüber Lächeln und die Leute machen lassen, wie gesagt, sie sind meistens unzufrieden mit sich selbst und es ist egal was du machst, denn sie finden immer irgendwas worüber sie reden können.

Um positiv zu sein ist es auch wichtig, ein positives und inspirierendes Umfeld zu haben. Ob die Menschen, die man um sich herum hat, oder dem, was man auf Social Media täglich konsumiert. Entfernt einfach die Menschen und Seiten, die euch ein ungutes Gefühl geben, euch vielleicht einschüchtern oder einfach generell ein negativer Einfluss sind. Es ist vollkommen okay. Es ist okay, sich von Menschen zu distanzieren, die einem nicht gut tun. Es ist okay, sich zur Priorität zu machen. Nein, es ist sogar wichtig, dass zu tun!

Fangt an, Dinge zu machen, die euch gut tun. Ob Sport, Meditation, Lesen, Malen, Puzzeln oder was auch immer. Macht es einfach. Dreht die Musik auf und tanzt. Seid verrückt. Habt Spaß und genießt den Moment. Probiert neue Dinge, lernt neue Leute kennen und seid einfach mal mutig. Das Leben bietet so viele Chancen. Nutzt sie! Ja, vielleicht geht es in die Hose, aber wenigstens habt ihr es probiert und das ist bereits ein unglaublich großer Schritt.

Ihr fragt euch wahrscheinlich, warum ich euch das alles erzähle. Wieso gebe ich solche privaten Dinge preis?

Ganz einfach. Alles was ich durchlebt habe, macht mich zu dem Menschen, der ich heute bin. Ich teile meine Geschichte mit euch, um darauf aufmerksam zu machen, dass alles bei einem selbst beginnt, bei den eigenen Gedanken und wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben und sich mit Menschen zu umgeben, die einem gut tun. Selbst wenn sich die Eltern getrennt haben, man gemobbt wurde und einem das Herz gebrochen wurde, es ist nicht das Ende, das Leben geht weiter! Lerne dich selbst kennen. Habe verschiedene Blickwinkel auf Situationen und überlege, was du daraus lernen kannst. Gehe mit einer positiven Einstellung an Dinge heran. Wenn du morgens aufstehst und keine Lust auf die Arbeit hast, wird es durch diese negative Grundeinstellung und Unlust kein besserer Arbeitstag werden. Versuche hingegen das Beste draus zu machen und sieh die positiven Dinge. Glaub mir, der Tag wird direkt besser. Und wenn es dir einfach mal nicht so gut geht, ist das auch normal, setz dich hin, lasse die Gefühle zu, weine oder power dich aus, zieh dich für ein Weilchen zurück, mach einfach das, was du brauchst um dich besser zu fühlen und deine Energie aufzutanken.

In letzter Zeit habe ich viele Nachrichten bekommen, wie gut ich es doch habe, jetzt in Australien zu sein und reisen zu können und wie scheiße und schwer es doch in Deutschland ist. Hier muss ich sagen, dass ich einfach unglaublich viel Glück hatte! Ich habe am Anfang der Pandemie eine Entscheidung treffen müssen, ob ich bleibe oder ob ich zurück fliege, hier habe ich einfach die richtige Entscheidung getroffen und hatte großes Glück, in einem so sicheren Land sein zu dürfen. Das ich dann auch noch nach Australien konnte war natürlich der Höhepunkt. Natürlich tut es mir leid, wenn ich weiß, dass meine Freunde, Familie und alle anderen zuhause im Lockdown hängen während ich quasi mein bestes Leben lebe, aber wie gesagt, ich hatte einfach Glück. Ich kann verstehen, dass es momentan für viele schwierig ist und viele vielleicht neidisch sind, weil sie auch gerne reisen würden. Aber Leute, das bringt doch nichts. Anstatt euch meine Stories anzuschauen und traurig zu werden, weil ihr auch gerne irgendwo sein würdet, seht es doch als Inspiration für zukünftige Reiseziele und Aktivitäten. Entwickelt Vorfreude. Ich weiß, dass ich es wahrscheinlich nicht so nachvollziehen kann, da ich Corona bis auf den Lockdown in Neuseeland ja nie so intensiv erlebt habe. Aber ich will doch nicht, dass es irgendjemandem schlecht geht, nur weil es mir gerade gut geht und ich die schönen Momente mit euch teile. Auch hier sollte man wieder Bedenken, dass alles bei einem selbst anfängt. Natürlich ist es einfacher in einem Land zu sein, wo es gerade warm ist und man größtenteils alles machen darf, aber ihr solltet nicht vergessen, dass auch hier nicht immer alles rund läuft und einfach ist. Ich bin alleine, ganz alleine, in einem fremden Land am anderen Ende der Welt, habe meine Familie und Freunde seit 16 Monaten nicht mehr gesehen, muss komplett fremden Menschen einfach vertrauen, muss mich um alles mögliche kümmern, alles organisieren, mich durch eklige Hostels und mit komischen Menschen rumschlagen, habe auch mal schlechte Tage und Heimweh. Ich weiß, auf Instagram sieht immer alles super aus, aber bitte bedenkt, es ist Instagram! Natürlich zeigt man dort lieber einen schönen Strand als ein versifftes Hostel Badezimmer. Aber ja, ich glaube, ich sollte auch mal mehr die nicht so schönen Momente dort teilen, einfach für mehr Realität. Einige meiner Freunde sagten mir jetzt auch, wie glücklich ich einfach aussehen würde. Für mich wirklich eins der wertvollsten Komplimente. Ja, ich bin glücklich! Ich bin glücklich, weil ich mich dazu entschieden habe, es zu sein. Das liegt aber nicht hauptsächlich daran, dass ich zum Beispiel gerade in Australien bin, natürlich trägt es viel dazu bei, aber man kann auch der unglücklichste Mensch am schönsten Ort der Welt sein und der glücklichste Mensch am hässlichsten Ort der Welt. Wenn man mit sich selbst unzufrieden ist, ist es egal wo man ist. Ja, vielleicht lässt es sich etwas besser leben mit Strand, Sonne und Meer, aber das, was euch wirklich glücklich macht, ist eure Einstellung und eure Gedanken.

Foto: Fenja Meinen

So, da das hier jetzt schon fast ein halbes Buch ist, möchte ich mal zum Schluss kommen.

Wie gesagt, ich möchte mit diesem Beitrag niemanden verurteilen, angreifen oder verletzen, sondern bin dankbar für jede Erfahrung, die ich gemacht habe und allem, was ich daraus lernen konnte. Noch einmal, bitte denkt daran, dass es meine Ansichten und Gefühle sind und es immer noch eine andere Seite der Geschichte gibt.

Ich teile meinen Weg mit euch, um euch zu ermutigen, zu inspirieren und um zu zeigen, wie wichtig Selbstliebe ist.

Mir ist bewusst, wie angreifbar ich mich mit diesen persönlichen Informationen nun selbst mache, aber wenn ich hierdurch irgendetwas, auch wenn es noch so klein ist, bewirken kann, ist es mir das wert!


Danke fürs Lesen, es bedeutet mir sehr viel!

Eure Jenny.

2 Kommentare zu „Mein Weg zur Freiheit

  1. Erstmal Respekt das man so offen über sein Leben spricht/schreibt.
    Ich finde du hast das schön geschrieben über das hier & jetzt.
    Man sollte jeden Tagen aufwachen und glücklich sein das man Gesund ist und eine Familie hat die hinter einen steht.
    Denn das ist der größte Luxus den schon viele vergessen haben.
    – mach weiter so und geh dein weg –

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